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Als Interessent am Galaxy Nexus muss man sich einigen Einschränkungen, beziehungsweise Problemen bewusst sein. Vorteile bringt die "reine" Android-Benutzeroberfläche, die auf Spielereien, wie sie Samsung, HTC oder Motorola hinzufügen und auch die garantiert schnell verfügbaren Updates die direkt durch Google erfolgen, sind nicht zu verachten. Google hat allerdings für Android 4.0 schon festgelegt, dass alle Hersteller, die den Android Market auf ihren Geräten installieren, dann auch die Android-Standardbernutzeroberfläche bereitstellen müssen. Dadurch sollen Softwareentwickler entlastet werden, die dann nicht auf alle Gerätespezifika der verschiedenen Hersteller Rücksicht nehmen müssen.
Nachteilig empfinde ich das Fehlen einer vernünftigen Anleitung. Manchmal vermisse ich als Samsung-Fan auch die gewohnten Schaltleisten im Benachrichtigungsfeld und die Bedienung fast ohne Popup-Menüs ist eine ziemliche Umstellung. Lob verdient dagegen die fast ausnahmslos gelungene Eindeutschung der Menüs. Leider fehlt dem Galaxy Nexus im Lieferzustand die DLNA-Funktion (Allshare), welche man wohl aus dem Android Market nachrüsten kann. Auch das Radio fehlt.
Fazit: Einsteigern, die von einem Standard-Handy auf das Galaxy Nexus wechseln, dürften mangels Anleitung kaum Freude an dem Gerät haben. Andererseits ist es vergleichsweise handlich, besitzt ein gutes Display und verzichtet auf jeglichen nicht deinstallierbaren Software-Schnickschnack (Download-Shop für englische Zeitungen, Musik-Online-Shop, usw.), der mich bei fast allen anderen Android-Handys stört. Samsung-Fans sollten vielleicht auch erst auf das Galaxy S3 warten, welches im Februar vorgestellt wird und sich dann erst für ein Modell entscheiden.
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Der Webbrowser des Nexus hat inzwischen den "privaten Modus" dazugelernt, welcher dafür sorgt, dass keine persönlichen Daten wie Cookies und Verläufe gespeichert werden. Allerdings hat Google die Bedienung etwas umgestaltet, beispielsweise bei der Fenster-, beziehungsweise Tab-Verwaltung, in der man auch die Lesezeichen findet.
Über Google Mail brauche ich wohl kaum Worte zu verlieren, denn das Programm hat keine Erweiterungen erfahren, wohl aber einige Umstellungen in den Einstellungsmenüs. Google Mail verwaltet ausschließlich Mails, die über das Google-Mail-Konto des Anwenders einlaufen. Für Mails von anderen Anbietern wie GMX oder die eigene Homepage-E-Mail-Adresse liefert das Nexus eine weitere Mail-Anwendung mit, die mich aber ziemlich enttäuscht hat! Zwar sind viele Bedienmerkmale gleich gehalten, man kann aber seine chronologisch aufgelisteten Nachrichten nicht einmal irgendwie sortieren und eine Gestensteuerung wie bei Google Mail, mit der man zwischen den Nachrichten weiterblättert, gibt es ebenfalls nicht. Im Android-Market dürften sich aber genügend Alternativen zur Mail-Verwaltung finden lassen.
Auch Google Maps hat inzwischen einen Entwicklungsstatus erreicht, der nur noch Ergänzungen im Detail zulässt. So verwendet Google jetzt offenbar Vermessungsdaten der deutschen Behörden, die bebaute und unbebaute Flächen aufzeigen. Mein eigenes Grundstück wird zum Beispiel nicht mehr als grüne Fläche, sondern als "bebaut" ausgewiesen (natürlich sind die neuen Kartendaten auch im Web unter maps.google.de verfügbar). Auffällig sind penetrante Hinweise auf das schon in den Vorversionen vorhandene Google Latitude, über das man seinen eigenen Standort seinen Freunden bekannt geben kann.
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Positiv hat mich die Einstellungen-Anwendung überrascht, in der die wichtigsten Funktionen, beispielsweise für die Aktivierung von WLAN oder Bluetooth, entweder direkt oder hinter wenigen Untermenüs zu finden sind. Im Vergleich zu den berüchtigten Übersetzungen bei den Samsung-Handys sind die Menütexte verständlich formuliert. Einige Beispiele gefällig? "Haptisches Feedback" vom Galaxy Note heißt beim Nexus "Bei Berührung vibrieren"; "Hörbare Tastentöne" des Galaxy Note (damit sind Töne bei der Nutzung der Telefontastatur gemeint) heißen beim Nexus "Wähltastentöne".
Die Telefonoberfläche des Nexus ist futuristisch gestylt und nicht mit der von Galaxy I9000/S2/Note zu vergleichen, denn vieles ist anders, aber nicht unbedingt schlechter gelöst. So verzichtet das Nexus auf die sogenannten Standardnummern, die ohnehin nur für Verwirrung sorgen und die Kontaktsuche erfolgt in einem separatem Bildschirm, für die man die Lupen-Schaltleiste betätigt. Andererseits muss man auf einige nützliche Dinge, beispielsweise die praktischen Wischgesten, um einem Kontakt eine SMS zu schicken, oder ihn anzurufen verzichten. Eine Blacklist, auf die man unerwünschte Anrufer setzt fehlt außerdem ebenso wie die automatische Anrufannahme.
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