Das Probekapitel stammt aus dem Buch »Das Praxisbuch Chromebook - eine umfangreiche Anleitung für Chromebooks aller Hersteller (u.a. Acer, Asus, HP, Lenovo, Samsung und Toshiba)«.

Weitere Informationen zum »Das Praxisbuch Chromebook«.

© 2015 Rainer Gievers, Borgentreich – technischer Stand der Anleitung: 01/2015.

Veröffentlicht beim Palmtop & Smartphone Magazin (www.palmtopmagazin.de).


2 Einführung

In diesem Buch gehen wir davon aus, dass Sie bisher nur sehr wenig mit Computern oder Handys zu tun hatten. Deshalb soll vorab das Konzept hinter Ihrem Chromebook erläutert werden, denn viele Besonderheiten und Einschränkungen ergeben sich aus der dahinterstehenden Idee. Dazu holen wir weit aus – als erfahrener PC-Nutzer können Sie dieses Kapitel vermutlich übergehen.

Auf dem Markt sind Hunderte Notebook und PC-Modelle von diversen Herstellern erhältlich, die zumeist mit dem Betriebssystem Windows laufen. Die hohe Windows-Verbreitung sorgt alleine schon dafür, dass Sie für fast jeden erdenklichen Anwendungsfall ein passendes Programm an­geboten bekommen, sei es für Textverarbeitung oder Brieftaubenverwaltung.

Unter einem »Betriebssystem« versteht man ein Systemprogramm, welches die Komponenten eines PCs verwaltet. Dazu gehören unter anderem die Ansteuerung der Festplatte, des Monitors, der Tastatur, eines Druckers, usw. Übrigens besitzen fast alle Geräte, die intelligenter als ein Toaster sind – vereinfacht gesagt – ein eigenes Betriebssystem. Auf dem Betriebssystem selbst laufen dann die eigentlichen Programme, also zum Beispiel eine Textverarbeitung beim PC.

Viele Anwender benötigen aber nicht alle Windows-Funktionen, denn wer nur mal ab und zu mit seinem Webbrowser die aktuelle Wettervorhersage oder das Fernsehprogramm anzeigen möchte, ist von Windows schnell überfordert.

Microsoft hat auf Anwenderkritik und zunehmende Konkurrenz durch andere Betriebssysteme schon vor einiger Zeit reagiert und versucht, Windows ab Version 8.0 anwenderfreundlicher zu gestalten. Zugleich hat Microsoft das Windows auch für Handys und Tablets angepasst, um neue Anwendergruppen zu erschließen. Trotzdem hat Windows nie seinen Ruf als kompliziert zu bedienendes Betriebssystem ablegen können.

2.1 Das Konzept hinter dem Chromebook

Auf Ihrem Chromebook (ein Kunstbegriff aus »Chrome« und dem englischen Wort »Book«, der sich nicht übersetzen lässt) läuft dagegen kein Windows, sondern ChromeOS. Dieses im Jahr 2009 von Google vorgestellte Betriebssystem und die mitgelieferten Anwendungen haben ein voll­ständig abweichendes Funktionsprinzip: Während man auf einem Windows-PC oder Notebook in der Regel seine Daten lokal auf dem Gerät verwaltet, setzt ChromeOS auf die sogenannte Cloud (engl. »Wolke«). Alle Daten, die Sie auf dem Chromebook verwalten, speichert Google auto­matisch auf einem Server im Internet. Der Vorteil dieses Konzepts liegt darin, dass Sie sich nur selten über eine Datensicherung Gedanken machen müssen, denn geht Ihr Chromebook mal kaputt, werden Ihre Daten automatisch wieder hergestellt, sobald Sie sich auf einem anderen Chromebook anmelden. Von Nachteil ist leider, dass Google Zugriff auf alle Ihre privaten Daten hat, was nicht jedem Anwender gefallen dürfte, zumal das Unternehmen in den USA beheimatet ist und die amerikanischen Behörden praktisch unbegrenzten Zugriff darauf haben. Als Firmenmitarbeiter sollten Sie mit der Unternehmens-IT abklären, ob und inwieweit Sie ein Chromebook nutzen dürfen.

Wir haben bereits den großen Vorteil von Windows erwähnt, jeden Anwendungszweck abzu­decken. ChromeOS bzw. das Chromebook werden mangels Masse und eingeschränkter Hardware-Fähigkeiten (dazu kommen wir noch) wohl niemals die Verbreitung von PCs oder Notebooks finden.

Als »Hardware« bezeichnet man, vereinfacht gesagt, im Computerbereich alle Geräte, die man anfassen kann, beispielsweise Notebooks, PCs, Drucker, Tastaturen, usw. »Software« sind da­gegen die auf der Hardware laufenden Programme, wozu das Betriebssystem und die Anwendungen zählen.

Für das Chromebook gilt also das klassische Henne-Ei-Prinzip, denn ohne ein umfassendes Software-Angebot, welches die wichtigsten Anwendungsgebiete abdeckt, wird kein Kunde ein Chromebook kaufen. Ist der Marktanteil der Chromebooks nur gering, interessieren sich aber Software-Entwickler nicht für diese Geräteklasse und damit beginnt die Abwärtsspirale von vorne.

Google hat dieses Problem genial umgangen, denn alle Anwendungen laufen dort im Webbrowser. Für Software-Entwickler ist dies eine faszinierende Möglichkeit, denn ihre »Programme« laufen zentral auf einem Internet-Server und können nicht nur von Chromebook-Besitzern, sondern auch von PCs, Notebooks, Tablets und Handys aus genutzt werden. Internetzugang und ein Web­browser, die sich heute auf jedem Gerät finden, reichen dafür aus.

2.2 Die Chromebook-Hardware

Vermutlich besitzen Sie bereits ein Chromebook, denn sonst würden Sie nicht dieses Buch in den Händen halten. Auffällig ist zunächst einmal der vergleichsweise geringe Verkaufspreis der Chromebooks, der zwischen 150 bis 350 Euro liegt. Dafür erhält man ein Gerät mit meist 11,1 Zoll (ca. 28 cm) oder 13 Zoll (33 cm) Bildschirmdiagonale mit 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 16- oder 32 Gigabyte Festplatte. Die meist etwas teueren Windows-Notebooks sind dagegen häufig mit 4 oder mehr Gigabyte Arbeitsspeicher, DVD-Laufwerk und Gigabyte-großer Festplatte aus­gerüstet, was die Akkulaufzeit auf wenige Stunden reduziert. Beim einfacher aufgebauten Chromebook können Sie dagegen mit Akkulaufzeiten von bis zu 7 bis 12 Stunden rechnen.

Entsprechend der Gerätephilosophie sind die beim Chromebook vorhandenen USB-Anschlüsse nur für den Betrieb von USB-Speichersticks, USB-Mäusen/Tastaturen, DVD/CD-Laufwerke mit USB-Anschluss (nur im Lesemodus), sowie sogenannten MTP-Geräten geeignet. Bei Letzteren handelt es sich um Geräte wie Digitalkameras oder MP3-Player. Andere USB-Geräte lassen sich dagegen nicht am Chromebook betreiben. Da es ohne Ausdrucke aber nicht geht, unterstützt Google aber den Umweg über einen am PC/Notebook angeschlossenen Drucker, welcher über einen Netz­werkdienst angesteuert wird. Falls Ihnen die vorhandenen USB-Steckplätze nicht ausreichen, ist auch der Betrieb von USB-Verteilern (USB-Hubs) möglich.

Der Bluetooth-Funkstandard ermöglicht zudem den Anschluss von Tastaturen, Mäusen, Laut­sprechern, Headsets, Kopfhörern und Mikrofonen am Chromebook.

Weitere Anschlüsse sind – je nach Gerät – ein Steckplatz für SD-Karten, den man nutzt, um auf Fotos von einer Digitalkamera-Speicherkarte zuzugreifen, Mikrofoneingang und Klinkenausgang, sowie ein HDMI-Monitorausgang.

Inzwischen sind auch Chromebooks mit SIM-Steckplatz im Handel, welche die Nutzung auch unterwegs erlauben, sowie Chromebooks mit Touchdisplay. In diesem Buch beschränken wir uns allerdings auf die Beschreibung eines Standard-Chromebooks ohne diese Features.

2.3 Der Internetzugang

Alles steht und fällt beim Chromebook mit dem Internetzugang, denn Sie arbeiten ja permanent im Webbrowser. Es gibt zwar einige Chromebooks, die auch ein Mobilfunkmodul besitzen, das Sie über eine SIM-Karte in Betrieb nehmen, in der Regel nutzen Sie aber WLAN. Wenn unterwegs mal kein WLAN-Empfang verfügbar ist, nutzen Sie einfach die Tethering-Funktion Ihres Smart­phones, mit der dessen Mobilfunkverbindung über WLAN zur Verfügung gestellt wird. Alternativ legen Sie sich einen UMTS-Router in Handel zu, der ebenfalls die Mobilfunkverbindung als WLAN-Zugangspunkt freigibt.


Das Probekapitel stammt aus dem Buch »Das Praxisbuch Chromebook - eine umfangreiche Anleitung für Chromebooks aller Hersteller (u.a. Acer, Asus, HP, Lenovo, Samsung und Toshiba)«.

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© 2015 Rainer Gievers, Borgentreich – technischer Stand der Anleitung: 01/2015.

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