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Testbericht
Von Rainer Gievers
Der Treo 500 ist im Vergleich zu anderen Windows-Mobile-6-Smarthones vergleichsweise klein ausgefallen, obwohl das Gerät ein QWERTZ-Tastenfeld aufweist. Dazu musste Palm allerdings einen Kunstgriff anwenden, denn das 320 x 240 Pixel große Display ist quer eingebaut und vergleichsweise klein. Im praktischen Einsatz fällt das Quer-Display aber kaum ins Gewicht, denn die vorinstallierten Anwendungen nutzen die zur Verfügung stehende Bildschirmfläche voll aus. Probleme ergeben sich allerdings, wenn man Fremdprogramme nutzen will, denn viele Entwickler setzen auf die Standardauflösung 240 x 320 im Hochformat. Wir haben deshalb einfach mal einige Programme testweise installiert, die unterschiedlichst auf die Displayauflösung reagierten: Während ein Programm einfach die senkrechte Darstellung von 320 auf die vorhandenen 240 Pixel verzerrte, verkleinerte ein anderes Programm einfach den Anzeigebereich auf ein kleines Guckloch mit ca. 176 x 240 Pixeln. Eine weitere Anwendung kam nur bis zum Startbildschirm, der allerdings um 90 Grad gedreht war, und stürzte dann ab. Andere Anwendungen waren dagegen offenbar so "sauber" programmiert, dass sie auf die veringerte vertikale Auflösung Rücksicht nahmen und den Bildschirminhalt anpassten.
Auch wenn die Testresultate mit Fremdprogrammen durchwachsen waren, so ist doch zu bedenken, dass die meisten Anwender sich wohl ohnehin auf die vorinstallierte Software beschränken werden, die alle wichtigen Anwendungsgebiete, von Kontaktverwaltung über E-Mail bis zur Anzeige von MS Office-Dateien abdeckt.
Damit sind wir auch schon beim Betriebssystem. Im Treo 500 kommt "Windows Mobile 6 Standard" zum Einsatz, das von Microsoft für Smartphones ohne Touchdisplay entwickelt wurde. Neben Anwendungen für das Verwalten von Kontakten, Terminen und Aufgaben, sind auch die Office-Anwendungen Word Mobile, Excel Mobile und PowerPoint Mobile, sowie ein PDF-Anzeiger vorhanden. Man sollte allerdings bei Word Mobile und Excel Mobile keine großen Erwartungen haben, da neue Dokumente damit nicht erstellt werden können und die Editierfunktionen extrem eingeschränkt sind. PowerPoint Mobile verzichtet auch auf jegliche Bearbeitungsmöglichkeit.
Im täglichen zeigt sich der Treo 500 insbesondere bei den Telefoniefunktionen sehr praxisgerecht, denn der Zugriff auf das Telefonbuch ist problemlos direkt aus der Telefonoberfläche möglich. Häufig benötigte Anwendungen oder Rufnummern sind auch als Tastenkurzwahl definierbar. Eine Sprachsteuerung hatte unser Testgerät dagegen nicht aufzuweisen, auch wenn das auf der Palm-Website zum Download angebotene Handbuch zum Schwestermodell Treo 500V (der Vodafone-gebrandete Treo 500) diese beschreibt.
Nicht so glücklich sind wir mit dem Tastenfeld des Treo 500, das zwar als QWERTZ-Layout ausgelegt ist, die deutschen Umlaute aber nicht berücksichtigt. Stattdessen muss man die ALT-Taste betätigen und dann in einer Zeichentabelle das Zeichen suchen. Ärgerlicherweise sind die Umlaute dann auch noch über mehrere Bildschirmseiten verteilt. Also schlecht gelöst.
Umsteiger von älteren Windows-Mobile-Smartphones ohne Touchdisplay, beispielsweise dem Qtek 8500 oder Qtek 8310, dürften sich auf dem Treo 500 sofort heimisch fühlen, denn fast alle Funktionen
findet man auch beim Treo 500 am gewohnten Ort. Einiges ist auch neu hinzugekommen, wie die bereits erwähnten Office-Anwendungen und die automatische Konfiguration des genutzten Netzbetreibers. Letztere führt das Gerät für Internetzugang und MMS durch, wenn man die SIM-Karte wechselt.
Negativ fiel die Arbeitsgeschwindigkeit des Treo 500 auf, denn die Menüs reagieren, insbesondere, wenn viele Anwendungen im Hintergrund aktiv sind, etwas träge. Es kann dann schon mal einige Sekunden dauern, bis das Handy auf einen Befehl reagiert.
Fazit
Insgesamt macht der Palm Treo 500 einen durchwachsenen Eindruck. Das Problem, Zahlen und Satzzeichen neben den kleinen alphabetischen Tasten unterzubringen, ist gut gelöst, wenn man von den fehlenden Umlauten absieht. Vieltipper, die zum Beispiel auf einwandfrei geschriebene Emails angewiesen sind, dürften mit der Tastatur deshalb nicht glücklich werden. Ein weiteres störendes Detail ist der Mikro-SD-Steckplatz, der sich hinter dem Akku verbirgt und deshalb nicht besonders gut erreichbar ist. Außerdem fehlt eine Sprachsteuerung, die inzwischen selbst bei Mittelklasse-Handys inzwischen Standard ist. Trotz hier aller aufgezählten Nachteile zeichnet sich der Treo 500 durch die geringen Abmessungen und die Möglichtkeit, weitere Software von Fremdanbietern zu installieren, aus.
Datenblatt zum Palm Treo 500
22.01.2010
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