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Highend-Modell mit Graustufendisplay

Palm m500: Ansicht vorne

Beim Palm m500 wurde das vom Palm V bekannte Design übernommen. Endlich ist das Gehäuse nicht mehr wie beim Vorgängermodell billig verklebt, sondern verschraubt, was den PDA wartungsfreundlicher macht. Die Vorderseite wird von einem sehr kontrastreichen Touchdisplay mit 160 x 160 Bildpunkten Auflösung dominiert, an dessen Unterseite sich die für die Handschriftenerkennung vorgesehene Eingabefläche befindet. Die Handschriftenerkennung Graffiti erfolgt allerdings Zeichen für Zeichen, wobei der Anwender sich an eine vorgegebene Malweise halten muss.

Dem Marktzwang gehorchend, bietet Palm Inc. nach den Wettbewerbern Handspring, HandEra und Sony nun auch selbst einen von aussen zugänglichen Erweiterungsschacht an. Dabei hat sich Palm Inc. für die Unterstützung der MMC (Multi Media Card) und SD (Secure Digital)-Karte entschieden. Die SD-Karten unterscheiden sich übrigens hauptsächlich durch die Möglichkeit, Multimedia-Inhalte kopierzuschützen von der MMC. Derzeit sind nur MMC-Speicherkarten auf dem Markt, Palm Inc. hat aber schon vor einiger Zeit Digitalkameras, Modems und ähnliche Einsteckmodule im MMC-Format präsentiert. Produktankündigungen in dieser Richtung sind uns aber nicht bekannt.

Die mitgelieferte Dockingstation erweist sich als Ärgernis. Der m500 lässt sich nur sehr hakelig einstecken und entnehmen. Zumindest weist ein kurzes Piepen des PDAs darauf hin, wenn er korrekt in der Dockingstation steht. Widersprüche gibt es in Bezug auf die Mobilität des Palm m500: Zwar wird ein Netzadapter mitgeliefert, der auch im Ausland mit 110 Volt betrieben werden kann, nur muss auf Reisen immer auch die Dockingstation mitgeschleppt werden. Der Netzadapter lässt sich nämlich nur an der Dockingstation anschliessen, nicht aber am PDA selbst.

Die Anschlussleiste an der Unterseite des m500 wurde von Palm verändert und ist nicht kompatibel zu der des Palm V/Vx. Alte Peripheriegeräte wie Ansteckmodems oder Tastaturen lassen sich deshalb nicht weiterverwenden. Die Zubehörhersteller sind allerdings dabei, ihre Produkte an die neue Schnittstelle anzupassen.

Erstmals serienmässig in einem PDA kommt das PalmOS 4.0 zum Einsatz, das gegenüber den vorher verwendeten PalmOS-Versionen allerdings keine wesentlichen Änderungen beinhaltet. Neu hinzugekommen sind die bereits im Palm m100/m105 eingesetzte Uhr-Applikation mit Alarmfunktion und die erweiterte Notizen-Anwendung, welche auch handschriftliche Notizen ermöglicht. Die Karteninfo-Applikation zeigt den Inhalt von eingelegten Speicherkarten an.

Das PalmOS 4.0 bringt bei den Speicherkarten erhebliche Vorteile. So kann man bei den Modellen der Konkurrenz, die ebenfalls Speicherkarten unterstützen, aber noch PalmOS 3.5 verwenden, Programme nicht von der Speicherkarte starten. Stattdessen muss man die Programme erst manuell in den Arbeitspeicher kopieren, wo man sie dann aufrufen kann. Beim Palm m500 erscheinen die Programme auf der Speicherkarte dagegen im Programmstartmenü und lassen sich von dort direkt starten.

Eine positive Überraschung sind die vielen mitgelieferten Applikationen auf den CDs, die man zusätzlich installieren kann. Auf der Installations-CD ist ein Bonus-Paket mit folgenden Anwendungen enthalten:

  • DataViz Documents to Go: Anzeige und Bearbeitung von MS Word- und Excel-Dateien auf dem Palm-PDA.
  • Infinity Softworks powerOne: Ersetzt den standardmässig beim Palm integrierten Einfachstrechner gegen einen Rechner mit finanzmathematischen und wissenschaftlichen Funktionen.
  • MGI PhotoSuite Mobile Album: Anzeige von Videos und Bildern.

Documents to Go dürfte von vielen Palm-Fans begrüsst werden, die bisher sehnsüchtig auf Besitzer eines Pocket PCs geschaut haben, wo die gleiche Funktionalität schon immer mitgeliefert wurde. Natürlich darf man angesichts des geringen Arbeitsspeichers des m500 nicht erwarten, alle Funktionen des Megabytegrossen MS Office auf dem PDA wiederzufinden; zur Anzeige und für kleinere Ergänzungen ist Documents to Go aber äusserst praktisch.

Als weniger nützlich stufen wir die MGI Photo Suite ein. Auf dem mit nur 16 Graustufen ausgestatteten m500 lassen sich Fotos kaum erkennen und Videos erscheinen wegen des langsamen Displays nur verschmiert.

Auf einer zweiten CD befindet sich die "Mobile Connectivity Software", die als "Palm Mobile Internet Kit" auch bei einigen anderen Palm-Handhelds, wie dem m105, schon seit einiger Zeit zum Lieferumfang gehört. Der bisher verschämt im einen Unterverzeichnis der CD versteckte WAP-Browser ist allerdings verschwunden. Enthalten sind:

  • MultiMail SE: Ein auf MultiMail Pro basierendes Email-Programm, das allerdings keine Email-Anhänge unterstützt
  • Palm SMS: SMS-Versand und Empfang
  • Web Clipping-Software: Web Clipping funktioniert ähnlich wie WAP, wobei die anzuzeigenen Webseiten in einem reduziertem HTML-basierten Dialekt programmiert sein müssen.

Störend fällt auf, dass Palm auch weiterhin auf das zumindest in Europa nur von wenigen Website-Betreibern angebotene Web-Clipping setzt. Ein WAP- oder sogar Webbrowser muss man sich deshalb von anderswo beschaffen.

Auch die SMS-Software hat einen kleinen Makel, denn es werden nur einige Treiber für Nokia- und Ericsson-Mobiltelefone mitgeliefert, während Treiber für die Siemens-Handys fehlen.

Fazit

Palm Inc. ist mit dem m500 insgesamt ein guter Wurf gelungen. Viele Argumente gegen den Kauf eines Palm-basierten PDAs werden durch den Speicherkarteneinschub und das umfangreiche Softwarepaket entkräftigt. Besonders den Handspring-Highend-Modellen dürfte der Palm m500 Marktanteile streitig machen.

Bewertung

Positiv
  • Erweiterbarkeit über MMC/SD-Speicherkarten
  • Ausgezeichneter Displaykontrast
  • Netzteil mit 110/230 Volt-Unterstützung
  • Ausgezeichneter Software-Lieferumfang
Negativ
  • Display nicht entspiegelt
  • Speicherkarteneinschub nicht gegen eindringenden Staub geschützt
  • Anschlussleiste nicht zum Palm V/Vx kompatibel
  • Dockingstation hakelig
  • SMS-Treiber für Siemens-Handys müssen vom Anwender selbst besorgt werden


Technisches Datenblatt
Bezeichnung   Palm m500  
Betriebssystem   PalmOS 4.0  
Display   Touchscreen
160 x 160 Bildpunkte
Hintergrundbeleuchtung
16 Graustufen
 
RAM   8 MB  
ROM   4 MB  
Prozessor   Motorola MC68328 Dragonball, 33 MHz  
Batteriebetrieb   Lithium-Polymer  
Abmessungen (mm)   114 x 79 x 10  
Gewicht   113 g  
Zusätzliche Funktionen   - Alarm-LED, dient auch als Ein/Ausschalter
- Stylus-Einschub
- Vibrationsalarm

Bedienung über
- virtuelle Tastatur
- Graffiti -Schriftenerkennung
 
Schnittstellen   - IrDA Infrarot-Port mit 115 Kbps
- USB-Schnittstelle
- MMC/SD-Karten-Einschub
 
Lieferumfang   2xCDROM, Handbuch, USB-Dockingstation, Netzteil, Handbuch  
Zusätzliche Software   - MGI Photo Suite
- DataViz Documents to Go
- Infinity Software powerOne
- Palm SMS
- Web Clipping
- MultiMail SE
 
Optionales Zubehör (des Herstellers)   k.A.  
Garantie   12 Monate  
VK laut Hersteller (DM)   999,-  
Erhältlich in Deutschland   Anfang Mai 2001  


20.09.2001

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