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Design ist Geschmackssache

Handspring Visor Edge: Aufsicht von vorne Wie die anderen PDA aus dem Hause Handspring ist der Visor Edge mit dem PalmOS-Betriebssystem ausgestattet, das von Handspring um einige zusätzliche Funktionen erweitert worden ist. Die integrierten Applikationen wurden schon auf einer Extra-Seite genauer vorgestellt. Wer schon einen Palm-Handheld besessen hat, nutzt also weiterhin die gewohnten Applikationen wie Termin-, Aufgaben-, und Kontaktverwaltung. Eingaben erfolgen ebenfalls entweder über eine Einzelzeichenerkennung namens Graffiti auf einer speziellen Eingabefläche oder über eine einblendbare virtuelle Tastatur. Natürlich lassen sich die mehr als 8000 PalmOS-Applikationen auch auf dem Visor Edge weiternutzen.

Im Vergleich mit dem Palm m500

Der Visor Edge ist der bisher kleinste PDA von Handspring und zielt eindeutig auf Kunden, die sonst zu den Spitzenmodellen Palm Vx oder Palm 500 des Konkurrenten greifen würden. Da der Palm Vx durch den Palm m500 ersetzt wird, haben wir nur einen Vergleich zum Palm m500 gezogen. Sowohl von Gewicht, als auch den Abmessungen her, sind sich m500 und Visor Edge sehr ähnlich. Anders sieht es beim Schönheitswettbewerb aus, den der m500 eindeutig für sich entscheidet, weil der Visor Edge zwar ein höherwertiges Gehäuse mitbringt, trotzdem aber einen emotionslosen, billigen Eindruck macht, der durch die Verwendung von halbtransparentem Plastik für den äußeren Rand noch verstärkt wird. Dafür bringt aber der Visor Edge einen vernünftigen und stabilen Deckel mit, der sich zudem abnehmen lässt - ein zusätzliches, umständliches, Schutzetui wird also nicht benötigt.

In punkto Erweiterungsmöglichkeiten liefern sich die Konkurrenten ein Patt. Während für den Visor Edge dutzende von Erweiterungsmodulen für den Springboard-Einschub zur Verfügung stehen, kann der Palm m500 zwar ebenfalls einen Erweiterungseinschub, allerdings für SD-Karten, vorweisen, nur gibt es dafür derzeit kaum Erweiterungskarten. Allerdings spricht einiges dafür, dass mittelfristig sich die SD-Karten für den Palm zu einer ernsthaften Konkurrenz zu Handsprings Springboard entwickeln werden: Zum einen handelt es sich bei den SD-Karten um einen von vielen Unternehmen gemeinsam aus der Taufe gehobenen Standard, sodass sehr bald preisgünstige Speicher-SD-Karten zur Verfügung stehen werden, zum anderen werden sich Peripherie-SD-Karten mit Digitalkameras, zusätzlichen Schnittstellen, usw. vermutlich nach einer nur kleinen Umrüstung auch im Palm betreiben lassen. Zudem unterstützen SD-Speicherkarten einen von der Musikindustrie geforderten Kopierschutzmechanismus. Ein weiterer Vorteil für SD-Karten sind die geringen Abmessungen, denn Handsprings Springboard-Module sind sehr klobig und lassen sich beim sehr schlanken Visor Edge sogar nur über ein Zusatzmodul betreiben. Es würde uns deshalb nicht überraschen, wenn Handspring in nächster Zukunft entweder ebenfalls SD-Karten unterstützt oder zumindest ein kleineres Springboard-Format einführt.

Bei der mitgelieferten Software liegt der Palm m500 auf jeden Fall vorne, denn neben der Software Documents To Go 3.0 von DataViz, mit der Excel- und Word-Dateien auf dem PDA bearbeitet weerden können, liegen auch die Bildbearbeitung MGI PhotoSuite Mobile Edition, sowie die Kommunikationsanwendungen MultiMail SE und das Palm Mobile Kit bei. Dafür muss der Käufer allerdings auch etwa 200 Mark mehr wie für den Handspring Visor Edge auf den Ladentresen legen.

Fazit

Der Handspring Visor Edge ist ein durchdachter Handheld, der sich durch den abnehmbaren Deckel und Springboard-Einschub gut an die Bedürfnisse des Anwenders anpassen lässt. Leider kommt die Optik nicht an die inneren Werte heran: Irgendwie erinnert der PDA wegen des Plastik-Rands mit den unübersehbaren Schrauben an einen Prototypen. Wer bereits einen Handspring-PDA mit einigen Springboard-Modulen besitzt, wird am Visor Edge auf jeden Fall Gefallen finden, weil er seine Module weiternutzen kann. Der um einiges teuere Palm m500 dürfte allerdings mit dem zukunftsträchtigeren SD-Karteneinschub und der besseren Softwareausstattung dem Visor Edge das Leben schwer machen.

Bewertung

Positiv
  • USB-Anschluß
  • Erweiterbarkeit über Springboard-Einschub
  • stabiler Deckel
Negativ
  • Display nicht entspiegelt
  • billig aussehendes Design
  • ausführliches Handbuch nur auf CD
  • blinkende Ladeanzeige am PDA nervt nach kurzer Zeit


Technisches Datenblatt
Hersteller   Handspring  
Bezeichnung   Visor Edge  
Betriebssystem   PalmOS 3.5.2H  
Display   Touchscreen
160 x 160 Bildpunkte
Hintergrundbeleuchtung
16 Graustufen
 
RAM   8 MB  
ROM   2 MB ROM  
Prozessor   Motorola MC68328 Dragonball / 33 MHz  
Batteriebetrieb   integrierter Akku  
Abmessungen (mm)   119 x 79 x 11  
Gewicht   136 g  
Zusätzliche Funktionen   - Ein/Ausschalter

Bedienung über
- virtuelle Tastatur
- Graffiti -Schriftenerkennung
 
Schnittstellen   - IrDA Infrarot-Port mit 115 Kbps
- USB-Port
- Springboard-Slot (abnehmbar)
 
Lieferumfang   - USB-Dockingstation, CDROM mit Synchronisationssoftware, Handbuch, Netzteil, andockbarer Springboard-Einschub, abnehmbarer Deckel  
Zusätzliche Software   - Palm-Desktop, Outlook-Synchronisation  
Optionales Zubehör (des Herstellers)   u.a. Springboarderweiterungen:
- 33,6 Kbps-Modem
- Backup-Modul
- 8 MB Flash-Speicher
- Spiel Tiger Woods Golf Tour
 
Garantie   12 Monate  
VK laut Hersteller (DM)   999,-  
Erhältlich in Deutschland   04/2001  


Getestet: 05/2001
08.07.2001

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