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Testbericht

Sony Ericsson S700 Immer mehr Handy-Hersteller gehen dazu über, schon ihre Einsteigergeräte mit Kameras auszustatten, wobei deren Auflösung meist auf 640x480 Pixel beschränkt ist. Dementsprechend werden inzwischen die Hightend-Handys mit immer besseren Kameras ausgestattet. Dazu gehört auch das Sony Ericsson S700i, mit dem der japanisch-schwedische Hersteller eine Lücke am oberen Rand seiner Produktpalette schließt.

Auffällig am S700i sind das mit 240x320 Bildpunkten extrem hochauflösende Display und die ausklappbare Tastatur. Für letzteres kommt ein ungewöhnlicher Drehmechanismus zur Anwendung. Ist die Tastatur eingeklappt, lassen sich die wichtigsten Handy-Funktionen, beispielsweise die Anrufannahme, trotzdem noch nutzen. Zuklappen muss man das S700i auch, wenn man die Kamera nutzen möchte, die sich andernfalls nicht aktivieren lässt. Einen Blitz gibt es allerdings nicht, sondern nur eine weiße LED, die zumindest im Nahbereich für etwas Bildaufhellung sorgt. Sinn macht die LED natürlich auch bei Videoaufnahmen, für die ein "richtiger" Blitz nicht geeignet wäre.

Die Bedienung des S700i ist am kleinen Bruder K700i angelehnt. So unterscheidet sich die Benutzeroberfläche nur in Kleinigkeiten, beispielsweise den aufgrund der höheren Displayauflösung voll ausgeschriebenen Menütexten. Größere Unterschiede sind dagegen im Vergleich zu den älteren Sony Ericsson-Modelle festzustellen:

  • Die Menü-Navigation erfolgt jetzt zum Teil auch mit Joystick-links/rechts, um
    zwischen sogenannten Registern zu wechseln.
  • Neu sind UKW-Radio, MP3-fähiger Media Player, Video Player und der Datei-
    Manager.
  • Schnellaufruf von Anwendungen und Funktionen (»Verknüpfungn«) auf der Telefonoberfläche
    mit Joystick hoch-runter-links-rechts jetzt frei definierbar.
  • Vollkommen überarbeitete Kontaktverwaltung.
  • MP3 und WAV-Dateien sind als Klingelton zulässig.
  • Die Rufnummernanzeige beim Gesprächspartner lässt sich nun auch dauerhaft und
    nicht nur von Fall zu Fall deaktivieren.
  • Bei Spielen wird kein Mophun mehr unterstützt, sondern nur noch Java (MIDP 2.0).
  • Die Kamera unterstützt auch Videoaufnahmen. Die maximale Foto-Auflösung beträgt
    zudem 1280 x 960 gegenüber 288 x 352.
  • Eine neue Synchronisationssoftware ermöglicht auch den Datenabgleich von Notizen
    mit MS Outlook. Allerdings speichert die Handy-Notizenverwaltung auch weiterhin
    nur maximal zehn Notizeinträge.
  • Die Sprachsteuerung wurde vereinfacht: Um eine Nummer aus dem Telefonbuch zu
    wählen muss man nicht mehr »Privat«, »Mobil«, »Büro« und dann den Kontaktnamen
    sprechen, sondern kann direkt eine Nummer per Sprachbefehl wählen. Weggefallen ist
    allerdings die Möglichkeit, den Rekorder über einen Sprachbefehl zu aktivieren.
  • Die Tastenkombination zum Sperren und Entsperren des Tastenfelds wurde geändert.
  • Der Minutenton, der beim Telefonieren jede Minute piept und damit Geld sparen hilft,
    ist beim S700i leider nicht mehr vorhanden.
  • Klingeltöne klingen auf dem S700i manchmal nicht so gut wie auf den Vorgängermodellen,
    da einige Stimmen vom Synthesizer zu laut, andere wiederum zu leise wiedergegeben werden.

Für die Texteingabe stehen, wie inzwischen bei fast jedem Handy üblich, die Eingabemethoden Multitap (mehrmaliges Drücken einer Taste wählt ein Zeichen aus) und T9 (Wörter werden automatisch während der Eingabe erkannt) zur Verfügung. Die eingebauten Anwendungen umfassen neben einem Telefonbuch, das auch Adressen und einige weitere Daten speichert, einen Kalender, eine Aufgabenverwaltung und eine Notizenanwendung. Die genannten Anwendungen lassen sich auch über die beiliegende PC-Software mit MS Outlook abgleichen, was standardmäßig über Infrarot oder noch besser, über Bluetooth erfolgt. Inzwischen sind Bluetooth-Adapter für den Desktop-Rechner ja schon sehr günstig zu haben. Natürlich wird auch der Multimedia-Bereich kräftig vom S700i abgedeckt, denn das Handy enthält UKW-Radio, Bild- und Videoanzeiger, MP3-Player und die bereits erwähnte Digitalkamera, welche neben Fotos auch Videos mit maximal 176 x 144 Pixeln Auflösung aufnimmt. Zum Radio muss allerdings erwähnt werden, dass es nur funktioniert, wenn das mitgelieferte Headset angeschlossen ist.

Umfassende Kommunikationsfähigkeiten beweist das Handy über die integrierte Nachrichten-Anwendung, mit der man SMS, MMS und Emails verarbeitet, sowie dem WAP-Browser.

Sony Ericsson-typisch sind die Menüs aufgebaut, weshalb sich Anwender, die beispielsweise bereits ein Sony Ericsson T610 besessen haben, sofort zurecht finden werden. An einigen Stellen hat Sony Ericsson allerdings die Bedienung verfeinert. So ist das Telefonbuch, die am häufigsten genutzte Anwendung jedes Handys, sehr viel inituitiver zu nutzen.

Fazit

Das Sony Ericsson S700i wird unterschiedliche Reaktionen unter den Kunden hervorrufen, denn während einige Anwender die vergleichsweise gute Kamera schätzen werden, dürfte andere das etwas klobige Design stören. Zwar erscheint Preis von über 600 Euro angesichts der Leistungen des S700i berechtigt, auf der anderen Seite kann man dafür auch ein billiges Handy und eine zusätzliche Digitalkamera erwerben.

Technisches Datenblatt
Hersteller   Sony Ericsson  
Bezeichnung   S700i  
Betriebssystem   (Eigenentwicklung von Sony Ericsson)  
Display   262.000 Farben
240x320 Bildpunkte
 
RAM   32 MB  
ROM   k.A.  
Prozessor   k.A.  
Batteriebetrieb   Lithium-Ion-Akku, ? mAh Kapazität
Standby: ca. 300 h
Sprechzeit: ca. 200 h
 
Abmessungen BHT (mm)   107,5 x 49 x 24,5  
Gewicht   137 g  
Zusätzliche Funktionen   - Kamera-Taste
Browser-Taste

Bedienung über
- Tastenfeld
- Digitalkamera mit max. 1280x960 und Video-Aufnahme
- FM-Radio
 
Schnittstellen   - IrDA Infrarot-Port
- USB-Schnittstelle
- Bluetooth
- Einschub für Memory Stick Duo
 
Lieferumfang   - Netzteil
- CD-ROM mit Siemens Data Suite für Outlook-Datenabgleich
- Headset
 
Zusätzliche Software   k.A.  
Optionales Zubehör   k.A.  
VK laut Hersteller   649 Euro  
Erhältlich in Deutschland   ca. Oktober 2004  


Getestet: 10/2004
29.10.2004

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