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Testbericht

von Rainer Gievers

Der MDA Compact liegt bereits in der dritten Ausführung als Modell "III" vor. Im Gegensatz zu den Schwestergeräten MDA Vario, bzw. Vario II oder dem MDA Pro verzichtet das Gerät auf eine ausziehbare Tastatur, ist deshalb aber besonders handlich. Bedient wird, wie gewohnt, meist über den Bedienstift auf dem Touchdisplay, viele Funktionen sind aber auch über die Softtasten unterhalb des Displays aufrufbar. Das Design des MDA Compact III erscheint im Vergleich zum ersten MDA Compact nicht mehr pummelig, sondern elegant. Dazu trägt auch das dunkle 80er-Jahre-Retro-Design bei.

Neu im Vergleich zu den Vorgänger ist der integrierte GPS-Empfänger, sodass man sich für die Straßennavigation im Prinzip nur noch eine Navisoftware und eine PKW-Halterung besorgen muss. T-Mobile macht im Lieferumfang auch stark Werbung für eine hauseigene Navigationssoftware, die aber über einen Internetserver läuft und pro Routenführung ca. 1 Euro kostet.

Leider sind auch Rückschritte zu vermelden. Während der erste MDA Compact noch über einen von oben zugänglichen SD-Steckkartenplatz hatte, findet man beim MDA Compact III hinter dem Akku einen Micro-SD-Steckplatz. Somit ist es nicht möglich, den MDA Compact III über eine WLAN-SD-Karte wie den MDA Compact auf Wireless-LAN aufzurüsten. Auch dass man für einen Speicherkartenwechsel erst den Akku entnehmen muss, erscheint nicht mehr zeitgemäß. Die Diskussionen, ob nun der Einsatz von Micro-SD statt Mini-SD negativ zu bewerten ist, ersparen wir uns, denn Speicherkarten kosten inzwischen kein Vermögen mehr.

Anhänger der altgedienten Infrarotschnittstelle sehen beim MDA Compact III ebenfalls alt aus, denn Infrarot wird vom Gerät nicht unterstützt, auch wenn einige Websites immer noch etwas anderes behaupten. Damit fällt der unkomplizierte, aber langsame Datentransfer, den wir über die Jahre zu schätzen gelernt haben, weg. Stattdessen muss man nun generell auf Bluetooth zurückgreifen, das wesentlich höhere Übertragungsraten und mehr Möglichkeiten, z.B. mit der Anbindung von drahtlosen Headsets bietet. Die Bluetooth-Funktionen des MDA Compact III hat T-Mobile übrigens etwas aufgebohrt: Nach Aktivieren eines Abhakkästchens in der Bluetooth-Konfiguration kann das Gerät jetzt auch als eine Art Dateiserver agieren. Man kann also nun beispielsweise vom PC aus über Bluetooth auf die Dateien und Verzeichnisse des MDA Compact III zugreifen.

Innovativ ist die Navigation des MDA Compact III. Statt des gewohnten Joysticks oder Joypads nutzt man nun einen beleuchteten Mini-Trackball, der deshalb sehr futuristisch aussieht. Die Bedienung des Trackballs ist aber sehr gewohnheitsbedürftig, ebenso wie der Navigationsring außen um den Trackball. Diesen dreht man links oder rechts, worauf sich die Markierung auf dem Bildschirm hoch- oder runterbewegt. Funktionen auslösen oder bestätigen kann man aber nur durch Drücken des Trackballs. Wer es noch mehr wie bei einem PC mag, aktiviert den "Maus-Cursor" in der Einstellungen-Anwendung. Dann erscheint ein Mauscursor, der mit dem Trackball gesteuert wird. Bei uns funktionierte der Maus-Cursor nach der Aktivierung allerdings erst, nachdem wir einen Soft-Reset durchführten. Dank des Maus-Cursors kann man den Stift stecken lassen.

Damit sind wir bei der Software des MDA Compact III. Hier gibt es keine großen Überraschungen für Anwender, die bereits Windows Mobile 5 genutzt haben. Wir gehen deshalb nicht extra darauf ein. Auffällig ist aber, dass die MMS-Anwendung erneut massiv überarbeitet wurde und nun das Look-and-Feel der anderen Pocket-PC-Anwendungen bietet. Was wir vermissen, ist allerdings der MSN Messenger, der offenbar nur separat von Microsoft gegen Bezahlung erhältlich ist. Da man allerdings ICQ, MSN und andere Chatprogramme inzwischen mit Software von Drittanbietern, teilweise auch kostenlos, nachrüsten kann, stört dieser Umstand nicht besonders.

Fazit

Der MDA Compact III ist wirklich innovativ und findet in jeder Hemdtasche Platz. Ärgerlich mag für einige Anwender aber der hinter dem Akku untergebrachte Speicherkartensteckplatz sein. Wer WLAN oder UMTS benötigt, muss ohnehin zu einem anderen Gerät greifen.

Bewertung

Positiv
  • Ausziehbare QWERTZ-Tastatur
  • Erweiterbar über SD-Micro-Karten
  • Innovative Bedienung über Trackball
  • GPS-Empfänger eingebaut
Negativ
  • Kleines, kompaktes Gerät
  • Speicherkartensteckplatz hinter dem Akku
  • Kein Infrarot


Technisches Datenblatt
Hersteller   T-Mobile  
Bezeichnung   MDA Compact III  
Betriebssystem   Windows Mobile 5 (Pocket PC 2005)  
Display   Touchscreen LCD
65536 Farben
240x320 Bildpunkte
 
RAM   128 MB  
ROM   64 MB  
Prozessor   TI OMAP 850 / 200 MHz  
Batteriebetrieb   Li-Ion-Akku 1250 mAh  
Abmessungen BHT (mm)   108 x 58 x 17  
Gewicht   130 g  
Zusätzliche Funktionen   - 2 Megapixel Kamera
- GPS-Empfänger
 
Schnittstellen   - Bluetooth
- Micro-SD-Steckplatz
- Quadband GSM/GPRS
 
Lieferumfang   - PC-Anschlusskabel
- Netzteil
- Headset
- Gürteltasche
 
Zusätzliche Software   k.A.  
Optionales Zubehör   k.A.  
VK laut Hersteller   490,-  
Erhältlich in Deutschland   11/2006  


Stichwörter: Tmobile, T-Mobil, fario, Wario

Getestet: Januar 2005

13.01.2007

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