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Testbericht

Von Rainer Gievers

Vorweg gesagt, soll unser Testbericht des Sony Ericsson P1i keine Abrechnung mit UIQ sein, trotzdem sollen einige Probleme beleuchtet werden, die Allgemein auf alle UIQ-Geräte zutreffen.

Das Betriebsyssystem UIQ, das vormals vom Symbian-Konsortium entwickelt wurde, ist seit einiger Zeit in den Händen von Sony Ericsson und Motorola. UIQ basiert zwar im Unterbau auf Symbian, darauf setzt aber eine Oberfläche auf, die auf Touchdisplays hin optimiert wurde (das Motorola Motorizr Z10 basiert ebenfalls auf UIQ, verzichtet aber auf ein Touchdisplay).

Inzwischen droht dem UIQ-Betriebssystem allerdings ein Nischendasein, denn außer Sony Ericsson und Motorola treten in Europa keine anderen Anbieter mit UIQ-Smartphones in Erscheinung. Hinzu kommt die starke Konkurrenz durch Windows Mobile und demnächst Nokia, dessen S60-Plattform inzwischen ebenfalls Touchscreen-Unterstützung bietet.

Leider hat das P1i gegenüber den Vorgängermodellen P800/P900/P910i einen Nachteil bei den von externen Entwicklern angebotenen Anwendungen, denn Software für die "alten" UIQ-Smartphones lässt sich nicht installieren. So muss man zum Beispiel auf manches liebgewonnene Freeware-Programm beim Umstieg auf das P1i verzichten. Die professionellen Entwickler-Studios stellen dagegen ihre Anwendungen auch in einer UIQ3-Version für das P1i zur Verfügung. Es mag sicher Gründe dafür geben, dass UIQ2-Programme nicht unter UIQ3 funktionsfähig sind, trotzdem zeigt Microsoft bei Windows Mobile, wie es besser geht. Dort laufen zum großen Teil sogar Anwendungen, die bereits für die Vor-Vor-Betriebssystemversion entwickelt wurden, ohne Probleme. Nur bei der Installation erscheint dann gegebenenfalls ein Warnhinweis.

Ein weitereres Ärgernis ist die im Vergleich zu Windows Mobile geringere Software-Auswahl von Drittentwicklern. Das ist auch kein Wunder, denn allein in Deutschland dürfte es ca. 30-40 verschiedene Windows-Mobile-Smartphones im Handel geben, während UIQ gerade einmal in einem halben dutzend Smartphones Verwendung findet. Dementsprechend lohnt es sich für viele Softwareanbieter eher, für Windows Mobile, als für UIQ zu programmieren. Hinzu kommt noch das Ärgernis mit der Sperre, die viele Softwareentwicklern in ihre UIQ-Programme einbauen. Beim Kauf eines Programms muss man nämlich häufig seinen Gerätecode mit angeben. Bei einem Geräteumstieg verweigert dann die Kauf-Software den Dienst und muss erneut erworben werden, sofern der Entwickler nicht bereit ist, ein Software-Update herauszugeben. Bei Windows Mobile ist diese Art der Sperre eher selten anzutreffen.

Das P1i liegt gut in der Hand, und kann sowohl per Jogdial und Tastenfeld, als auch über das Touchdisplay bedient werden. Anwender, die von älteren UIQ2-Modellen auf den P1i umsteigen, finden zwar das gewohnte Bedienkonzept vor, müssen sich aber an die bunte Oberfläche gewöhnen. Traditionell ist UIQ bei der Touchscreen-Bedienung sehr Menü-fixiert. Um beispielsweise einen Text an eine andere Stelle zu kopieren, markiert man ihn mit dem Stift und muss anschließend ins Menü und dort Bearbeiten/Kopieren auswählen. Anschließend positioniert man den Cursor an der gewünschten Stelle und geht auf Bearbeiten/Einfügen. Bei Windows Mobile 6 Professional reicht es dagegen, über den markierten Text mit dem Stift ein Popup-Menü aufzurufen und dort "kopieren" zu wählen. Anschließend landet der Text über "einfügen" im Popup-Menü an der gewünschten Stelle. Nicht meckern wollen wir dagegen über die Zeichenerkennung, welche ähnlich wie Graffiti vom PalmOS funktioniert und angesichts des eingebauten Tastenfelds sowieso kaum zum Einsatz kommt. Die Tastenbelegung ist abhängig von der jeweiligen Situation entweder numerisch, oder QWERTZ. Letzteres als doppelte Belegung, wobei T9-ähnliche Textvorschläge erscheinen, die man dann auswählt.

Neben den gewohnten Anwendungen Kalender, Aufgaben, Telefonbuch, Kamera, usw., enthält das P1i auch Quickoffice, das MS Word und Excel-Dateien anzeigt und bearbeitet. Ein PDF-Anzeiger ist ebenfalls vorhanden.

Fazit

Das UIQ3 im P1i hinterlässt insgesamt einen guten Eindruck, zumal man sich zwischen der Bedienung über Touchscreen oder Hardwaretasten/Tastatur entscheiden kann. Anwender, die von einem Windows-Mobile-Smartphone mit Touchscreen her umsteigen, dürfte aber die Umstellung auf das Menü-fixierte Bedienkonzept schwer fallen. Besitzer eines UIQ2-Geräts sollten zudem vor dem Umstieg prüfen, ob die bisher verwendeten Programme von Drittanbietern auch in einer UIQ3-Version vorliegen, damit es nicht zu einer unangenehmen Überraschung kommt.

Technische Daten des Sony Ericsson P1i

14.02.2008

Nokia 5800 XpressMusic SymbianOS

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