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Testbericht
von Rainer Gievers
Das Sony Ericsson G900 ist sozusagen der "kleine Bruder" des bereits von uns vorgestellten P1i. Vergleicht man die beiden Smartphones miteinander, fällt zunächst das Fehlen des Jog-Dials beim G900 auf, das wir als Umsteiger vom P1i schnell schmerzlich vermisst haben. Dafür ist das Jogdial, welches in einer Vertiefung auf der Vortseeite sitzt, vergleichweise groß. Mit zwei Anwendungstasten unterhalb des Displays ruft man die Notizen-, bzw. Nachrichten-Anwendung auf; umbelegen lassen sich die Tasten dagegen nicht.
Etwas ungewohnt ist die Speicherkarte des Typs Memory Stick M2 unter dem Deckel und in der direkten Nähe zum PC-Verbindungskabelanschluss untergebracht. Um an die Speicherkarte zu gelangen, muss man also immer den Deckel abnehmen, was für Anwender, die mehrere Speicherkarten einsetzen, in Arbeit ausarten kann. Zum Glück muss man aber nicht die Speicherkarte entnehmen, wenn darauf Dateien zu speichern sind, weil sich das G900, wie inzwischen die meisten neuen Handys, in einen USB-Stick-Modus schalten lässt. Beim G900 kommt im übrigen die inzwischen für viele Sony-Ericsson-Handys genutzte PC-Schnittstelle zum Einsatz, an die man auch ein mitgeliefertes PC-Netztzeil anschließen kann. Entsprechendes Zubehör der Walkman-Handys des gleichen Herstellers sollten sich also weiternutzen lassen.
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Fast schon im 80er-Jahre-Design präsentieren sich die Menüs und Symbole auf dem G900, welche fast ausnahmslos in einem Blauton gehalten sind. Dieses Techno-Design dürfte nicht jedem gefallen, aber man gewöhnt sich daran. Demgegenüber fallen die vordefinierten Displaydesigns, zwischen denen man umschalten kann, sehr unangenehm auf. Ich glaube, die Bezeichnung "bunte Brühe" trifft die vermurksten Displayprofile am Besten. Zum Glück bietet Sony Ericsson ja den "Themes Creator" kostenlos zum Download an, mit dem man sich sein eigenes Displayprofil zusammenbasteln darf. Für ein Buchprojekt zum G900 bauten wir zum Beispiel das kontrastreiche und übersichtliche Standard-Displayprofil des P1i für das G900 nach.
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Sony Ericsson hat den Standby-Bildschirm beim G900 generalüberholt: Über das Joypad bewegt man sich durch die Symbolleiste, wobei entsprechend der dort ausgewählten Anwendung automatisch die zugehörigen Funktionen angezeigt werden. Beispielsweise erscheint zum Nachrichten-Symbol automatisch eine Auflistung der ungelesenen Nachrichten. Man kann aber dieses Feature deaktivieren und stattdessen auf das bereits vom P1i bekannte Aktivitätsmenü zurückgreifen.
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Einen Umbau haben auch die Multimedia-Anwendungen Bildanzeiger, Video-Player und Audio-Player erlebt. Jetzt sind die aufgeführten Programme alle unter dem Dach der Medien-Anwendung vereint, welche sich allerdings einen Schritt vom gewohnten UIQ-Design entfernt. Während einige Verwaltungsfunktionen hinzu kamen, sind andere, beispielsweise zur Bildbearbeitung, welche nur noch rudimentär vorhanden ist, weggefallen.
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Völlig überarbeitet wurde die Notizen-Anwendung, die sich nun Design-mäßig an den bekannten Post-It-Haftnotizen orientiert und sich auch ebenso einfach bedienen lässt.
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Ansonsten haben sich viele Kleinigkeiten geändert, beispielsweise heißt die "Systemsteuerung" jetzt "Einstellungen" und fast alle Menüeinträge sind dort anders angeordnet. Auffällig auch, dass die Systemschrift etwas größer und damit besser ablesbar ist, was aber wiederum die Entwickler dazu zwang, manche Menüs und Schaltleisten stark abzukürzen. Statt "Speichern" heißt es dann eben nur "Speich".
Von der integrierten 5-Megapixel-Kamera sollte man nicht zuviel erwarten, zumal nur ein LED-Blitz zur Verfügung steht, der einen richtigen Blitz nicht ersetzen kann. Dementsprechend gerieten viele Fotos einer abendlichen Grillparty verwackelt und/oder zu dunkel.
Als Highend-Handy bringt das G900 natürlich WLAN und Bluetooth mit, lässt sich aber auch sehr einfach über einen Assistenten automatisch für Internet und MMS konfigurieren. Aufpassen muss man allerdings, wenn sowohl WLAN, als auch zwischendurch auch mal eine Mobilfunkdatenverbindung genutzt wird. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Windows-Mobile-Lager zeigt das G900 nämlich (wie auch das P1i), nicht deutlich an, welche Verbindung gerade aktiv ist. In der Internetkontenverwaltung kann man aber glücklicherweise einstellen, dass vor jedem Verbindungsaufbau ein Dialog erscheint. Auch ist es möglich den Verbindungen eine Priorität zuzuweisen, sodass zum Beispiel erst eine WLAN-Verbindung und wenn dies nicht geht, eine Mobilfunkverbindung aufgebaut wird.
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Das Sony Ericsson G900 (Mitte) im Vergleich mit Palm Treo 500 (links) und Motorola Razr2 V9 (rechts).
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Fazit
Das G900 ein nützlicher Begleiter, der dank seiner kleinen Abmessungen überall mitgenommen werden kann.
Technische Daten des Sony Ericsson G900 im Vergleich mit dem P1i
22.01.2010
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