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HTC Touch Diamond

Von Rainer Gievers

HTC Touch Diamond Der HTC Touch Diamond verfügt über alle Features, die ein Highend-Smartphone ausmachen: WLAN, Bluetooth, Mobilfunk über GSM/GPRS/EDGE/UMTS/HDSPA und einen eingebauten GPS-Empfänger. Trotzdem ist das Gerät angenehm flach. Ungewöhnlich ist das facetenartige Muster auf dem Gehäusedeckel, welches leider den Nachteil hat, das das Gerät bei Anwendern, die es auf dem Tisch liegend nutzen, wackelt.

Im Gegensatz zu anderen Herstellern modifiziert HTC das integrierte Windows Mobile-Betriebssystem sehr stark. So wird man von einem HTC-eigenen Heute-Bildschirm namens TouchFLO 3D begrüßt, welcher unter anderem den schnellen Zugriff auf eingegangene Nachrichten, die Anwahl von Kontakten oder die Konfiguration des Geräts erlaubt. Die Schaltleisten sind dabei so gehalten, dass man sie mit dem Finger bedienen kann. Außerdem unterstützt das Gerät diverse Gesten, die man mit angedrückten Stift oder Finger durchführt, um in den Informationen zu blättern. Leider sind die mitgelieferten Windows Mobile 6.1-Anwendungen auch weiterhin nicht für die Fingerbedienung optimiert, HTC versucht dieses Manko durch übergroße Menüs und fingeroptimierte virtuelle Tastenfelder etwas zu lindern.

Das HTC-Heute-Plugin des Touch Diamond ist übrigens nicht zu vergleichen mit dem der Vorgängermodelle Touch oder Touch Cruise, zumal es den Heute-Bildschirm für sich alleine beansprucht. Andere Heute-Plugins, darunter auch die der mitgelieferten Anwendungen, werden dagegen ausgeblendet. Man muss deshalb TouchFLO auf dem Heute-Bildschirm deaktivieren, wenn man Plugins von Drittanbietern nutzen will.

Neben dem HTC-Plugin im Heute-Bildschirm unterstützen auch die Anwendungen Opera Browser und Album bestimmte Gesten, die man mit dem Finger oder Stift auf dem Bildschirm malt. So zoomt man sich zum Beispiel in Fotos in der Album-Anwendung hinein, indem man den Finger angedrückt auf dem Bildschirm kreisen lässt. Wer Angst hat, dadurch sein Display zu zerkratzen, kann auch alternativ den Finger um das Joypad kreisen lassen.

Neben dem Pocket Internet Explorer ist auch der Opera Browser vorinstalliert. Dessen Bedienung ist übrigens Gewöhnungssache, da er standardmäßig immer die Webseiten in einer Vollbildansicht darstellt. Mit einer Geste vergrößert man dann den Bildschirmausschnitt.

Zum Lieferumfang gehört Google Maps, das übrigens auch für andere Pocket PCs als kostenloser Download verfügbar ist. Das Programm arbeitet sehr gut mit dem eingebauten GPS-Empfänger zusammen und kann mit seiner Routenberechnungsfunktion auch als Navigationsgerät genutzt werden, wobei allerdings die Routenanweisungen nicht gesprochen werden. Für die sinnvolle Nutzung ist natürlich eine Mobilfunkdatenflatrate nötig, weil Google Maps innerhalb weniger Augenblicke schnell mal ein paar Megabyte an Daten von den Google-Servern herunterlädt.

Bei den Eingabemethoden stehen neben der Handschrifterkennung Transcriber (die übrigens Microsoft vor vielen Jahren zugekauft hatte) auch diverse Tastenfelder zur Verfügung, die für die Fingerbedienung optimiert sind. Hier muss man als Anwender Kompromisse eingehen, denn bei einem größeren Tastenfeld bleibt eben nicht viel freie Bildschirmfläche übrig.

Ein Beschleunigungssensor (G-Sensor) gehört beim Konkurrenzmodell Apple iPhone bereits seit Anfang an zur Grundausstattung. Deshalb wundert es nicht, dass auch der HTC Touch Diamond diesen besitzt. Was aber macht ein Beschleunigungssensor? Damit erkennt der Touch Diamond, welche Position im Raum er gerade einnimmt. Im mitgelieferten Spiel "Tweeter", das die Fähigkeiten des Beschleunigungssensors eindrucksvoll demonstriert, muss man eine Kugel durch ein Labyrinth führen, wobei die Steuerung ausschließlich durch Bewegen des Geräts erfolgt. Drittanbieter haben sich inzwischen erfolgreich dem Beschleunigungssensor, auch als G-Sensor bezeichnet, angenommen, wie ein Blick in die Downloads zum HTC Touch Diamond auf unserer Website inzwischen eindrucksvoll zeigt.

Zum Lieferumfang des HTC Touch Diamond gehört auch das obligatorische Microsoft Outlook, allerdings nur in einer 60-tägigen Testversion. Zwar dürften viele Anwender bereits Outlook besitzen, beispielsweise von einem älterem Pocket PC oder im Rahmen des Office-Pakets, trotzdem ist es schade, dass eine Outlook-Vollversion fehlt. Vielleicht sollte Microsoft mal über eine abgespeckte Light-Version von Outlook nachdenken, denn nur im Zusammenspiel mit diesem Programm lässt sich ein Pocket PC Phone heute sinnvoll einsetzen.

Fazit

Auch wenn wir merken, dass HTC sehr große Anstrengungen unternommen hat, den Touch Diamond optimal an die Einhand- und Fingerbedienung anzupassen, bleiben diesbezüglich noch einige Wünsche offen. Sobald man die von HTC entwickelten Programme verlässt und die Standard-Windows-Mobile-Anwendungen nutzt, muss man häufig zum Stift greifen. Dies ist aber Microsoft zuzuschreiben. Insgesamt ist der Touch Diamond ein tolles, kompaktes Gerät, das derzeit konkurrenzlos ist.

Hinweis: Die technischen Daten des HTC Touch Diamond finden Sie in unserer Produktübersicht.

14.09.2008

HTC HD2 Windows Mobile 6 O2 XDA Orbit 2

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