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Testbericht HTC Hero

von Rainer Gievers

HTC Hero Beim HTC Hero kommt das Android-Betriebssystem zum Einsatz, das bereits für einige Furore gesorgt hat, denn dafür, dass es dieses Betriebssystem erst vergleichsweise kurz gibt - es wurde Ende 2007 offiziell vorgestellt - überzeugt es mit ausgereiften Funktionen.

Auffällig ist die Integration der Dienste Flickr (für Fotos), Twitter und Facebook in die mitgelieferten Anwendungen. So kann man unterwegs mal schnell mit dem Twitter-Client "Peep" seinen Status mitteilen oder über die Kamera-Anwendung ein Foto bei Flickr oder Facebook hochladen.

Sehr stark integriert sind auch die Google-Dienste, denn Kontakte und Kalendertermine aus dem Google-Konto werden automatisch in der Kontakt- beziehungsweise Kalender-Anwendung angezeigt. E-Mails lassen sich vom Google-Konto mit Google Mail abrufen und beantworten.

Wer die Nutzung von Google-Diensten scheut, deaktiviert diese. Man muss dann aber auf den praktischen Android Market verzichten, der nur über das Google-Konto nutzbar ist. Über Android Market stehen tausende Spiele und Anwendungen, davon viele auch kostenlos, zur Verfügung. Uns gefällt dabei die ausgezeichnete Integration des Android Market im HTC Hero, zumal man auch unterwegs mal schnell ein Spiel herunterladen und installieren kann.

Dass Android von Grund auf neu entwickelt wurde, hat den Vorteil, dass es keinerlei Ballast herumschleppt, wenn es um die fingerfreundliche Bedienung geht. So sind die meisten Funktionen fingerfreundlich angeordnet und die Schaltleisten so groß, dass man sie nur selten nicht trifft. Eine inkonsistente Bedienerführung wie bei Symbian 5th Edition, wo man häufig nicht weiß, ob man ein Element auf dem Bildschirm ein- oder zweimal antippen muss, gibt es nicht.

Der Browser unterstützt die Anzeige von Standard-Webseiten, wobei er über die Browserkennung (User-Agent) immer versucht, für Mobilgeräte optimierte Seiten abzurufen. Bei Bedarf kann man aber die Browserkennung ändern, sodass sich der Hero als Apple Mac ausgibt. An der Browserdarstellung gibt es nichts zu bemängeln, zumal auch Adobe Flash unterstützt wird - ehrlich gesagt, sind wir aber kein großer Freund von Flash, das fast immer nur für unnütze Effekte auf den Webseiten verwendet wird. Vermisst haben wir eine ein wenig die spezielle einspaltige Mobildarstellung, wie sie Opera oder der Internet Explorer von Windows Mobile bieten.

Natürlich ist nicht alles Gold beim HTC Hero. Uns stört insbesondere, dass sich über Bluetooth eigentlich nur Headsets, beziehungsweise KFZ-Freisprecheinrichtungen nutzbar sind. Dateien kann man dagegen nicht an andere Bluetooth-Geräte übertragen. Office-Dateien lassen sich zwar auf dem Hero mit Quickoffice anzeigen, nicht aber bearbeiten. Ein Programm, um GPS-Infos, zum Beispiel die Anzahl der empfangenen Satelliten anzuzeigen, fehlt ebenfalls. Auch einen Datei-Manager haben wir vermisst.

Die fehlenden Funktionen lassen sich aber recht einfach über den Android Market nachrüsten. Wir haben dort zum Beispiel einen leistungsfähigen Datei-Manager gefunden, der sogar Netzwerk-Shares (Netzwerklaufwerke) über WLAN mounted, was unter den Smartphone-Betriebssystemen sonst nur Windows Mobile kann. Hier macht sich wohl das unter Android laufende Linux-Betriebssystem bemerkbar, das gut dokumentiert ist und die Portierung von Linux-Anwendungen vom PC zu Android ermöglicht. Angeblich soll es im Android Market auch Programme geben, die die fehlenden Bluetooth-Funktionen zur Dateiüebrtragung nachrüsten, was wir aber nicht weiter nachverfolgt haben.

Störend erscheint dagegen die eingebaute Telefonsperre, die den Zugriff auf bestimmte systemnahe Funktionen verhindert. Wir konnten zum Beispiel für das Buchprojekt "Das Praxisbuch zum HTC Hero" keine Bildschirmkopien erstellen. Dies war erst nach dem umständlichen Hacken des Geräts möglich, bei dem das Standardbetriebssystem durch ein "gerootetes" ausgetauscht wurde. Im Android Market findet man viele systemnahe Anwendungen, die nur auf gerooteten Geräten funktionieren.

Fazit

Der HTC Hero ist mit WLAN, Bluetooth, GPS und Bewegungssensor voll ausgestattet und lässt kaum Wünsche offen. Wir warten jetzt gespannt auf das Update auf Android 2.0, an dem HTC bereits arbeitet. In den USA soll dann über das eingebaute Google Maps sogar eine sprachgeführte Navigation möglich werden, die später auch auf europäische Android-Geräte kommt.

Bedenkt man, dass zum Beispiel Microsofts Windows Mobile-Betriebssystem mehrere Jahre gebraucht hat, um wirklich brauchbar zu werden (Windows CE 1.0 bis 2.11 waren kaum benutzbar, erst Windows CE 3.0 brachte den Durchbruch), zollen wir dem Android-Entwicklerteam unseren Respekt!

Technische Daten des HTC Hero in der Marktübersicht (Datenblatt)

22.01.2010

Grande Case Android HTC Tattoo

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