|
|
 |
Testbericht
Von Rainer Gievers
Das Samsung Omnia I8000 ist der große Bruder des sehr erfolgreichen Omnia 900.
Leider verzichtet Samsung beim I8000 auf einen Standard-USB-Anschluss und verwendet eigenes flaches Steckerformat. Schade, denn das mitgelieferte USB-PC-Verbindungskabel ist extrem kurz, weshalb wir uns mit einem USB-Kabel mit Adapter behelfen mussten. Kritik verdient auch das große und brilliante Display, da sich die Folie inzwischen löst.
Die Standard-Benutzeroberfläche von Windows Mobile wurde vom Hersteller stark umgekrempelt und durch einen Cube-Launcher ergänzt, über den sich häufig benötigte Anwendungen aufrufen lassen. In unseren Augen aber nur alberne Spielerei. Das Startmenü ist in Windows Mobile 6.5 verschwunden, denn beim Betätigen von Start erscheint jetzt das Programm-Menü, allerdings in Wabenform. Vermutlich soll die Wabenform die Fläche rund um die Programm-Symbole vergrößern; auf einem so großen Display, wie es das OMNIA hat, ist dies aber kaum von Belang. Dafür erscheint die Symbol-Anordnung unübersichtlich und man sucht deshalb doppelt so lange nach einem Programm.
Wie beim kleinen Bruder, dem Omnia 900, ist der Startbildschirm des Omnia 8000 über Widgets frei anpassbar. Neben den mitgelieferten lassen sich weitere installieren, wobei Samsung offenbar auch ein Entwicklungskit anbietet, um eigene Widgets zu programmieren. Auch wenn die Widget-Nutzung insgesamt sehr gut gelöst ist, ist hier HTC dem Konkurrenten um einiges voraus, denn bei HTC-Handys kann man auf dem Startbildschirm zwischen verschiedenen "Szenen" mit voreingestellten Widgets umschalten, beziehungsweise Szenen auch speichern.
Die Windows Mobile-typischen Anwendungen, darunter Pocket Internet Explorer, Kalender, Kontakte, Notizen, Pocket Office mit Word, Excel und PowerPoint sind beim Omnia ebenfalls mit dabei. Etwas verwirrend für Einsteiger dürfte sein, dass es zum Kalender, der Kontaktverwaltung und den Notizen jeweils eigene Samsung-Anwendungen gibt, die für Fingerbedienung optimiert sind. Der Bildanzeiger Bilder & Videos wurde dagegen ganz durch eine eigene Samsung-Anwendung ersetzt. Gleiches gilt auch für die Telefonoberfläche und die Messaging-Anwendung.
Die Anwendungen
Im folgenden schauen wir uns einige der vorinstallierten Programme genauer an.
|
Das "Telefonbuch" ist eine Eigenentwicklung von Samsung, die recht gut gelungen ist. Über die Register am oben Bildschirmrand schaltet man zwischen Kategorien, Kurzwahlen und "Ablehnung". Letzteres ist eine raffinierte Funktion, um unerwünschten Anrufer automatisch ein Besetzt zu senden. Optional lässt man den geblockten Anrufern automatisch eine SMS zusenden, beispielsweise mit dem Hinweis, dass man gerade in einer Konferenz ist und deshalb nicht telefonieren kann. Weniger gut gelöst ist die fehlende Unterstützung einer Standardnummer, mit der man direkt einen Kontakt aus der Auflistung anrufen kann - vorgegeben ist immer eine (zufällige) Rufnummer.
|
|
|
Bei der Messaging-Anwendung hat Samsung dagegen massiv gepatzt: In der Nachrichtenauflistung übersieht man ungelesene E-Mails schnell. Außerdem ist im Gegensatz zur Original-Messaging-Anwendung von Windows Mobile nicht schon in der Nachrichtenauflistung erkennbar, ob der Nachrichtentext komplett heruntergeladen wurde oder nicht. Richtig fies ist es bei der Konfiguration, denn einige Parameter (zum Beispiel ob E-Mails nach dem Abruf auf dem Provider-Konto gelöscht werden) lassen sich nur bei der Einrichtung des E-Mail-Kontos festlegen oder nur teilweise einstellen (zum Beispiel, ob E-Mail-Anhänge auf der Speicherkarte oder im "Internen Speicher" abgelegt werden). Wer aufpasst merkt auch, dass die alte Messaging-Anwendung immer noch da ist, denn manchmal, wenn man von der E-Mail-Ansicht zur Nachrichtenauflistung zurück wechselt, sieht man noch die alte Windows-Mobile-Auflistung. Auch eine Möglichkeit, von einer E-Mail zur nächsten zu Blättern, ohne über die Nachrichtenauflistung zu gehen, haben wir vermisst. Die Rechtschreibprüfung und die Kurztexte? Gibt es bei Samsung ebenfalls nicht mehr...
|
|
|
Die SMS/MMS werden ebenfalls vom OMNIA in der Nachrichten-Anwendung verwaltet. Hier sind alle nötigen Funktionen, auch Kurztexte, vorhanden.
|
Fazit
Samsung hat die Benutzeroberfläche vollkommen umgekrempelt, was erstmal positiv zu sehen ist, weil man nun viele Funktionen einfach mit dem Finger auslösen kann. So manches wäre aber besser zu lösen gewesen. Hinzu kommt ein Handbuch, das diesen Namen nicht verdient und gerade mal die Grundzüge beschreibt. Bewertung: 2 von 5 Punkten.
Getestet: 02/2010
Letzte Änderung: 04.03.2010
|
 |