Smartwatches im Überblick

Wer bei Smartwatches nur an die Armbanduhren der traditionellen Handyhersteller denkt, liegt falsch. Abseits der Apple Watch und den zahlreichen Uhren mit Wear OS (vormals „Android Wear“) gibt es zahlreiche weitere Armbanduhren, die ihre zufriedenen Kunden finden.

Die verschiedenen Typen in Kurzfassung:

  • Smarte Uhren: Bieten einige Zusatzfunktionen, wie Datenbank, Rechner, Kompass, Barometer oder Weltzeiten
  • Sport- und Outdoor-Uhren: Enthalten meistens Puls und Schrittzähler und der Datenabgleich mit dem Handy ist möglich
  • Hybrid-Uhren: Uhren mit klassischen Zeigern aber „smarten“ Funktionen, welche aber zwingend die Anbindung an ein Handy vorausetzen.
  • Smartwatches: Basieren meistens auf dem Android-Betriebssystem (Wear OS) und unterstützen viele Funktionen, die man vom Handy her kennt.

Smarte Uhren

Bereits seit Jahrzehnten gibt es Armbanduhren, die mehr können als nur die Zeit anzuzeigen. Schon in den 1980er Jahren brachte beispielsweise Casio eine Armbanduhr mit integrierter „Datenbank“ für die Speicherung von Adressen/Telefonnummern auf den Markt. Seit 2008 kann man diese als auch wieder als Retro-Version  erwerben.

Ein anderes Beispiel ist die Suunto Core, welche neben Zeit und Datum auch Höhenmesser, Barometer und Kompass enthält. Ich selbst hatte diese Uhr zwei Jahre im Einsatz und bin immer noch von der langen Batterielaufzeit von ca. einem Jahr begeistert. Sehr nützlich für mich als Radfahrer ist das Barometer, welches von der Uhr permanent als Pfeil angezeigt wird (konfigurierbar) und somit auf einen Blick über mögliche Regenschauer informiert.

Die aufgeführten Uhren haben nur ein einfaches LCD-Display und können nicht mit dem PC oder Handy gekoppelt werden. Dafür ist allerdings auch der Wechsel der verwendeten Knopfzelle nur alle paar Jahre nötig.

Sport- und Outdoor-Uhren

Diese Produktgruppe ist sehr vielfältig. Neben den traditionellen Pulsmessern von Polar findet man hier auch Produkte von Herstellern wie Garmin und TomTom, die man eher von den Navigationsgeräten her kennt. Aber auch Suunto, Fitbit, Fossil und zahlreiche chinesische Marken tummeln sich auf dem Markt. Alle Anbieter verwenden ihr eigenes Betriebssystem und integrieren Funktionen wie Pulserfassung und Schrittzähler. Die teueren Uhren erfassen auch per GPS die Route und bieten eine Navigation an.

Als typisches Beispiel mag die Garmin Vivoactive HR dienen, welche ich selbst ein halbes Jahr getragen habe. Diese Uhr lässt sich zwar auch mit dem Handy koppeln, die Grundfunktionen wie Puls- und Schritterfassung oder GPS-Aufzeichung stehen aber auch ohne eine Handy-Synchronisation zur Verfügung.

Die Bluetooth-Anbindung versorgt eine App auf Handy mit den aufgezeichneten Fitnessdaten, gleichzeitig zeigt die Uhr aber auch die Handy-Benachrichtigungen wie verpasste Anrufe oder neue SMS an.

Je nach Anwendungsprofil schwankt die Akkubetriebszeit der Uhren zwischen wenigen Stunden und mehreren Wochen.

Die Vielfalt bei den Sport- beziehungsweise Outdoor-Uhren ist verwirrend, da neben den etablierten Herstellern zahlreiche chinesische Unternehmen interessante und niedrigpreisige Produkte auf den Markt werfen. Pulsuhren der bekannten Hersteller Polar oder Breuer kosten beispielsweise 40 bis 100 Euro, während asiatische Hersteller ab ca. 10 Euro anfangen.

Hybrid-Uhren

Die Bezeichnung „Hybrid-Watches“ beziehungsweise „Hybrid-Uhr“ wurde von Fossil für Uhren mit klassischen Zeigern geprägt. Zu den unterstützten Funktionen gehören unter anderem ein Wecker, die Steuerung einiger Handy-Anwendungen (Auslösen der Kamera oder Musikwiedergabe starten/stoppen), Schrittzähler, usw. Neben den Uhrenzeiger informiert ein weiterer Zeiger über die gerade aktive Funktion. Genau genommen handelt es sich bei den Hybrid-Uhren um eine dezente Form der Sport- beziehungsweise Outdoor-Uhren.

Je nach Anwendung kommen die Hybrid-Uhren, die ja auf ein energiefressendes Display verzichten, auf bis zu einem Jahr Betriebszeit mit einer Knopfzelle.

Interessant sind Hybrid-Uhren auch in manchen Bereichen, wo Smartwatches aus Sicherheitsgründen verboten sind. Natürlich sollten Sie gegebenenfalls vorher nachfragen, ob ihre Uhr zulässig ist.

Smartwatches

Den Markt für Smartwatches dominiert derzeit Apple mit der Apple Watch, die auf dem iOS-Betriebssystem basiert und den Datenabgleich nur mit dem iPhone unterstützt. Daneben vertreiben viele auch im Handybereich aktive Unternehmen ihre Uhren mit Wear OS, das auf Android basiert. Größere Bedeutung hat daneben auch das Tizen OS, das nur in Samsung-Armbanduhren zu finden ist. Beide Uhrentypen lassen sich über Bluetooth mit einem iPhone oder Android-Handy/Tablet verbinden, um Daten abzugleichen, Programme aufzuspielen oder Einstellungen zu ändern.

Einige Smartwatches wie die Apple Watch Series 3 sind mit eigenem SIM-Steckplatz ausgestattet und daher nicht auf die Handy-Anbindung angewiesen.

Die Smartwatches decken über die zusätzlich aus den App Stores installierten Programmen und die hochauflösenden Displays jeden möglichen Anwendungsbereich ab, überzeugen aber leider nicht bei der Akkulaufzeit, die meist nur ein bis zwei Tage beträgt.

Autor: Rainer Gievers