Spam-Kolumne #03: Man kennt sich – Spam mit korrekter Anrede

Spam-Kolumne #03: Man kennt sich – Spam mit korrekter Anrede

Als wir vor einigen Monaten das Konzept für eine E-Mail-Anleitung entwickelt haben, mussten wir uns natürlich auch mit dem Thema Spam und betrügerischen E-Mails auseinandersetzen. Eine ausführliche Beschreibung, wie Sie damit umgehen, finden Sie nun im „Das Praxisbuch E-Mail für Senioren„.

Die meisten betrügerischen E-Mails sind natürlich so auffällig gestaltet, dass niemand darauf hereinfällt. In dieser regelmäßigen Kolumne beschreiben wir dagegen raffiniert gestaltete E-Mails, bei denen wir selbst erst überlegen mussten, ob sie authentisch sind oder nicht.

Bisher konnten Sie betrügerische E-Mails recht einfach am Fehlen einer korrekten Anrede erkennen, aber das ändert sich jetzt, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Western Union Spam

Die E-Mail im Volltext:

Sehr geehrte/r Rainer Gievers,

wir mussten feststellen, dass Sie Ihre persönlichen Daten, bei Western Union, bisher nicht verifiziert haben. Aus Sicherheitsgründen ist es nötig, Ihre bei uns hinterlegten Daten, zu bestätigen. Bis zur Bestätigung wurde Ihr Western Union Konto eingeschränkt. Kommen Sie dieser Verifizerung nicht nach, wird eine vollständige Sperrung Ihres Benutzerkontos veranlasst. Eine Entsperrung ist anschließend nur noch über dem Postweg möglich. Bitte starten Sie die Bestätigung über den unten eingeblendeten Button und führen alle Schritte vollständig aus. Mit freundlichen Grüßen Ihr Western Union Holdings-Team

© 2001-2013 Western Union Holdings, Inc. Alle Rechte vorbehalten.


Bei Western Union handelt es sich um einen Dienstleister, der weltweite  Zahlungsdienstleistungen anbietet. In Deutschland, wo Kontobewegungen einfach per Lastschrift oder Überweisung stattfinden, ist dieser Dienst fast unbekannt. Es dürfte hierzulande aber trotzdem zahlreiche Nutzer mit ausländischen Wurzeln geben, die Western Union für private Geldtransfers außerhalb Europas einsetzen.

Der Link hinter Jetzt Daten bestätigen führt zu einem Webformular, wo Sie Ihre Western Union-Kontodaten eingeben sollen.Interessant an obiger E-Mail ist die direkte Anrede mit dem korrekten Vor- und Nachnamen des Empfängers, womit der Absender bereits eine wichtige Vertrauenshürde beim Empfänger nimmt. Der Nachrichtentext ist dagegen recht hoprig geschrieben, was aber bei manchen in der Zielgruppe kaum auffallen dürfte.

Wie kommt aber der Betrüger an Datensätze mit E-Mail-Adresse und zugehörigem Namen? Vermutlich stammen die Daten von einem gehackten Online-Shop. Selbst die Versteigerungsplattform Ebay, der man eine Sicherheitsexpertise zutrauen dürfte, war schon mal Opfer eines Datendiebstahls. Als „normaler“ Anwender können Sie dagegen nichts tun, außer unterschiedliche Logins/Passwörter für das eigene E-Mail-Konto und die besuchten Online-Shops zu verwenden.

Ein weiteres Beispiel:

Amazon Spam

 

Der Nachrichtentext lautet:

Guten Tag Rainer Gievers,

Ihr Konto entspricht nicht dem Stand der aktuellesten Richtlinien.

Damit mit Ihrem Konto keinerlei Probleme auftreten, ist es von Nöten eine Aktualisierung durchzuführen.

Dies kann nun über den unten aufgeführten Link getan werden.

Anschließend können Sie wie gewohnt agieren.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Kundenservice

Der Text klingt stark nach einer maschinellen Übersetzung, dürfte aber so manchen Amazon-Nutzer zur Preisgabe seines Logins bewegen. Innerhalb kürzester Zeit werden anschließend diverse hochwertige Waren bestellt, die dann manchmal an gutgläubige „Vermittler“ geliefert werden. Letztere wurden zuvor per E-Mail durch den Betrüger geworben und sorgen für den Versand ins Ausland. Damit wird eine Liefersperre durch viele Online-Shops umgangen, die Kunden im Ausland ansonsten nur gegen Sicherheiten wie Vorauszahlung bedienen.


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