Spam-Kolumne #05: Fax-Spam von BVI Media

Als wir vor einigen Monaten das Konzept für eine E-Mail-Anleitung entwickelt haben, mussten wir uns natürlich auch mit dem Thema Spam und betrügerischen E-Mails auseinandersetzen. Eine ausführliche Beschreibung, wie Sie damit umgehen, finden Sie nun im „Das Praxisbuch E-Mail für Senioren“.

Bereits vor einiger Zeit hatten wir über Fax-Spam berichtet. Eine ähnliche Vorgehensweise durften wir nun erneut erleben.

So sah das von uns empfangene Fax aus:

BVI Media Fax-Spam mit Brancheneintrag

Das Fax wurde uns von einer Dame mit der Telefonnummer 030 47091030 angekündigt. Ihre auf Nachfrage wiederholte Behauptung, es handele sich nur um die Bestätigung eines bereits erfolgten Brancheneintrags, der keine weiteren Kosten verursache, darf man nach einem Blick auf das Fax natürlich als Lügenmärchen bezeichnen.

Wie bereits beim zuvor vorgestelltem Fax-Spam haben die Macher hinter BVI Media einfach eine von uns in einem Telefonbuch geschaltete Anzeige in ihre Auftragsbestätigung kopiert.

Die aufgeführte Adresse des angeblichen Absenders BVI Media befindet sich in 16120  Bursa – nicht in Deutschland, wie man zuerst denkt – sondern in TR, was für „Türkei“ steht.

Auf dem ersten Blick scheint der Anzeigenpreis mit 389,00 Euro ja moderat zu sein. Addiert man aber die aufgeführten Satzpauschale von 149,00 Euro, die Farbpauschale von 196,00 Euro und die Versandkosten von 26,00 Euro hinzu, kommen wir schon auf 760,00 Euro (zzgl. Mwst!). Liest man die verquaste Auftragsbeschreibung genau durch, ist zudem die Rede von drei Anzeigenschaltungen, was einen Gesamtpreis von 2280,00 Euro zzgl. Mwst. ergibt.

Positiv fällt die Absicht von BVI Media auf, einen Nachweis für die Verteilung der „Bürger-Info“ mit unserer Anzeige durch die Deutsche Post zu führen. Dabei wählt das Unternehmen aber den günstigsten Weg, nämlich die Verteilung an Postfachinhaber und nicht die Haushaltsverteilung mit der Tagespost. Geld wird zudem gespart, indem sich BVI Media vorbehält, mehrere Auflagen gleichzeitig zu verteilen. Der Werbeeffekt dürfte aber ziemlich verpuffen, wenn die Postfachinhaber gleich drei Anzeigenblätter auf einmal in ihrem Postfach vorfinden. Unklar ist weiterhin die Auflage des „Bürger-Infos“, die genau genommen auch 1 betragen kann.

Fazit

Die zeitliche Nähe zwischen den beiden möglichen Fax-Abzockversuchen lässt darauf schließen, dass beide von den gleichen Hinterleuten stammen. Auch die Anruferin, die jeweils eine Berliner Telefonnummer verwendet, dürfte die gleiche sein.

Vermeiden lässt sich ein Reinfall auf solche potenziellen Betrugsmaschen nur, indem Sie, falls Sie viele Anzeigen schalten, immer eine Liste darüber parat haben. Außerdem sollten Sie zugesandte Auftragsbestätigungen oder Rechnungen generell auf Plausibilität prüfen.

Eine Google-Suche nach der BVI-Media ergibt zahlreiche Fundstellen, darunter Webseiten mit Infos zu deren Geschäftsmethoden und sogar Anwälte, die Geschädigte zum Pauschalpreis vertreten.

Der Verein Deutscher und Ausländischer Kaufleute e.V. gibt weitere Tipps:

  • Legen Sie sich für Anrufe oder Vertreterbesuche eine Liste Ihrer laufenden Anzeigenaufträge bereit, in der die Verlage, die Publikationen und die Vertragslaufzeiten aufgeführt sind!
  • Trauen Sie keinem Anrufer oder Vertreter, der Sie zur eiligen Unterschrift drängt!
  • Prüfen Sie sorgfältig, was Sie unterschreiben!
  • Lesen Sie immer auch das „Kleingedruckte“!
  • Sorgen Sie in arbeitsteilig organisierten Betrieben für die Befolgung obiger Empfehlungen!

Oben genannter Verein unterstützt auch Opfer diverser Online- und Offline-Betrugsmaschen.


Schreibe einen Kommentar